Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

Sie sind nicht allein!

Etwa 140.000 Menschen in Deutschland müssen jährlich zur Überprüfung ihrer Fahreignung eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bei einer anerkannten Begutachtungsstelle durchführen lassen um ihren Führerschein zu erlangen oder zurück zu erhalten.

Ohne die Vorbereitung durch eine kompetente Beratungsstelle können die Anforderungen der Begutachtung häufig im ersten Anlauf nicht ausreichend erfüllt werden. Das ist ärgerlich, teuer und verzögert die Wiedererlangung des Führerscheins. Nur wer sich gut vorbereitet, ggf. einen ausreichenden Abstinenzzeitraum nachgewiesen hat und sein Verhalten nachhaltig verändert hat, kann diesen Anforderungen gerecht werden. Die Grundlage der Begutachtungen bildet dabei nicht – wie häufiger von enttäuschten Prüflingen zu lesen – die Willkür des Gutachters, sondern die von der BaSt (Bundesanstalt für Straßenverkehrswesen) erstellten Begutachtungsrichtlinien.

Wann muss jemand zur MPU?

Eine MPU wird vom Straßenverkehrsamt oder vom Gericht angeordnet. Hierzu erhält man eine entsprechende schriftliche Aufforderung. Eine MPU wird erforderlich bei Entzug des Führerscheins. Dieser Entzug kann aus verschiedenen Gründen erforderlich werden. Die häufigsten Gründe hierfür sind:

  • Ansammlung von mehr als 7 Punkten beim Bundesverkehrsamt in Flensburg
  • Fahren unter Alkoholeinfluss von mindestens 1,6 Promille oder bei wiederholten Alkoholfahrten (ab 0,5 Promille)
  • Fahren unter Drogeneinfluss
  • Verschiedene Straftaten, durch die eine verantwortungsbewusste Teilnahme am Straßenverkehr in Frage gestellt werden muss, da die Bereitschaft des Betroffenen zur Einhaltung von Recht und Regeln angezweifelt wird (z.B. Fahrerflucht, Urkundenfälschung, Körperverletzung, erhebliches Aggressionsverhalten u.v.a.m)

Wo kann man eine MPU machen?

Eine MPU kann bei verschiedenen Gutachterstellen abgenommen werden. Da eine positive MPU sehr häufig auch einem erfolgreichen Abstinenznachweis erfordert, ist es meistens sinnvoll, beides bei einer Gutachterstelle zu absolvieren.

Folgende Gutachterstellen bieten hierzu beispielsweise ihre Leistungen an:

ABV – mehr Informationen erhalten Sie auch unter https://abv-mpu.de/

AVUS – mehr Informationen erhalten Sie auch unter https://www.avus-service.de/

DEKRA – mehr Informationen erhalten Sie auch unter http://www.dekra.de/de/mpu

PIMA – mehr Informationen erhalten Sie auch unter http://pima-mpu.de/

TÜV NORD – mehr Informationen erhalten Sie auch unter https://www.tuev-nord.de/de/privatkunden/verkehr/psychologie-medizin-mpu/mpu/mpu-vorbereitung/

Was kostet eine MPU?

Die Kosten für eine MPU sind abhängig von dem jeweiligen Anlass bzw. Verkehrsvergehen.  Mit Wirkung vom 1. August 2018 wurde die bisherige Gebührenverordnung ersatzlos gestrichen. Ab sofort können die Gutachterstellen  die Preise eigenständig festlegen. Hierdurch gibt es keine einheitliche Preisgestaltung mehr. Die Kosten für Ihre MPU ist somit von verschiedenen Faktoren abhängig:

  1. Anlass der MPU  (Drogen, Alkohol, Punkte, Straftaten, Feststellung der körperlichen und physischen Eignung nach Erkrankung u.a.)
  2. gibt es eine Einzel-Fragestellung (z.B. Drogenkonsum) oder eine Mehrfach-Fragestellung (z.B. Drogenkonsum in Verbindung mit einer Straftat)
  3. Klärung der Notwendigkeit eines Abstinenznachweises
  4.  Ist zur Übersetzung des Gespräches ein Dolmetscher erforderlich?
  5. Welche Gutachterstelle soll die MPU vornehmen?

Die Kosten für eine MPU fallen mit jeder Prüfung an. Wird sie im ersten Anlauf nicht bestanden, sind weitere Kosten für die Wiederholung der MPU fällig. Einen „Mengenrabatt“ gibt es hier nicht.

Sollte nach dem Absolvieren der MPU noch eine Nachschulung notwendig werden um den Führerschein zurück zu erlangen, fallen weitere Kosten an. Diese betragen derzeit zwischen 400 Euro und 800 Euro (netto). Hier lohnt ein Preisvergleich bei den verschiedenen Anbietern in den Fahrschulen.

Und für die Neubeantragung des Führerscheins, einschließlich Sehtest, Ersthelfernachweis und polizeiliches Führungszeugnis fallen weitere Kosten an.

Gern informieren wir Sie in Ihrem kostenfreien Erstgespräch über die für Sie relevanten Kosten einer MPU.

Wer benötigt einen Abstinenznachweis?

Bei dem Konsum von Betäubungsmitteln, Drogen oder Alkohol ist in den meisten Fällen neben der MPU auch ein Abstinenznachweis notwendig. Dieser ist je nach Situation meistens für 1 Jahr zu führen. In Einzelfällen kann hier gelegentlich auch ein ½ Jahr Abstinenzzeitraum ausreichen.

Wie läuft eine MPU ab?

Eine MPU besteht insgesamt aus vier Teilen. Diese sind:

  • Fragebogen
    Neben den persönlichen Angaben sind hier auch Fragen zum bisherigen Verkehrsverhalten sowie dem vorliegenden Verkehrsverstoß zu beantworten.
  • Ärztlicher Test
    Im medizinischen Teil wird der allgemeine Gesundheitszustand überprüft und hierbei insbesondere der Bewegungsapparat, das Nervensystem sowie die Belastbarkeit. Im Bedarfsfall (bei Alkohol und Drogenauffälligkeit) wird auch eine Laboruntersuchung durchgeführt.
  • Reaktionstest
    Reaktions- und Leistungsfähigkeitstest: In diesen Tests werden am Computer in erster Linie Ihre Reaktionsfähigkeit und Konzentration bei schnell wechselnden optischen und akustischen Signalen getestet. Darüber hinaus werden auch Ihre Schnelligkeit und Genauigkeit der optischen Wahrnehmung geprüft.
  • Gutachter Gespräch
    Beim Gutachtergespräch geht es um die Ursachen des Fehlverhaltens, die Konsequenzen und Einsicht sowie die Bereitschaft zur Verhaltensveränderung. Der Gutachter erstellt auf Basis dieses Gespräches eine Prognose zur zukünftigen Fahreignung. Anschließend erhält diesen Bericht das Straßenverkehrsamt als Entscheidungshilfe.

Warum sollte eine Vorbereitung auf eine MPU durch einen qualifizierten Berater erfolgen?

Wer aufgrund des Führerscheinentzuges zur MPU muss, sollte sich mit seinem Fehlverhalten – durch das er auffällig geworden ist – auseinandergesetzt und eine entsprechende Verhaltensänderung vollzogen haben um eine MPU bestehen zu können. Die im Internet vorhandenen Tests zur Vorbereitung auf eine MPU sind hierzu keine ausreichende Maßnahme, da dort insbesondere die notwendige Einsicht zur dauerhaften Veränderung nicht geschult werden kann. Das ist meist nur mit der Hilfe durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal, welches über entsprechend psychologische Ausbildungen verfügt, möglich. Ohne eine solche grundlegende Vorbereitung ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass die Prüfung im ersten Anlauf nicht bestanden wird. Das ist sehr ärgerlich, verursacht unnötige Kosten und die Rückgabe des Führerscheins verzögert sich entsprechend.

Was passiert in einer Beratung?

Im kostenlosen Erstgespräch findet eine erste Analyse der augenblicklichen Situation vorgenommen. Ferner erfolgt eine Klärung, warum eine MPU angeordnet wurde, um eine individuelle Ausrichtung der Beratung vorzunehmen. Auch ist die Frage des weiteren zeitlichen Ablaufes in diesem Gespräch zu klären. Basis für eine erfolgreiche MPU-Beratung muss eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit sein. Hierzu gehört auch, dass der Berater vor Beginn der eigentlichen Vorbereitung die Einsicht in die Verkehrsakte beim Straßenverkehrsamt anfordert.

Über die voraussichtliche Dauer und die zu erwartenden Kosten für den vollständigen Vorbereitungsprozess bis zur Erlangung der Fahrerlaubnis wird ebenfalls gesprochen.

In der eigentlichen MPU-Vorbereitung erfolgt schwerpunktmäßig die gemeinsame Bearbeitung der Themenbereiche:

  • Vergangenheitsanalyse
  • Ursachenfindung
  • Individuelle Ansätze
    • Veränderung der Trinkgewohnheiten
    • Änderung der Einstellung zu Alkohol und Drogen
    • Änderung im Sozialverhalten
  • Perspektiventwicklung
  • Das MPU-Gespräch sicher führen

Die Schwerpunkte werden je nach Ergebnis des Erstgespräches individuell festgelegt, haben aber immer das Ziel einer optimalen Vorbereitung auf die medizinisch-psychologische Untersuchung.

Mit Abschluss der Vorbereitung auf die MPU erhalten Sie eine Bescheinigung über den Vorbereitungsverlauf, die Dauer der Vorbereitung sowie die erreichten Lernerfolge. Diese Bescheinigung hilft dem Gutachter, Ihren Fall zu bewerten und sich ein noch besseres Bild von Ihnen zu machen.

Wie geht es dann weiter?

Wenn die Vorbereitung wie vereinbart abgeschlossen ist und die für das Bestehen einer MPU ggf. notwendigen Abstinenznachweise vorliegen, erfolgt die Anmeldung zur MPU bei einer dafür zertifizierten Begutachtungsstelle. Eine Übersicht der Begutachtungsstellen in Ihrer Nähe erhalten Sie bei Ihrem Berater.

Nach der Anmeldung bei der Begutachtungsstelle erhalten Sie einen fixen Termin zur MPU, der auch unbedingt eingehalten werden sollte, um weitere Kosten zu vermeiden.

An dem Begutachtungstag findet in der Gutachterstelle der bereits geschilderte 4teilige Test statt. Nach dem abschließenden Gutachtergespräch wird Ihnen bereits direkt mitgeteilt, wie das Gutachten ausfallen wird. Ein schriftliches Gutachten bekommen Sie etwa zwei Wochen nach der Überprüfung zugeschickt.

Mit diesem Gutachten wenden Sie sich dann an Ihre Führerscheinstelle. Diese wird anhand aller zur Verfügung stehenden Unterlagen abschließend prüfen, ob Ihnen der Führerschein erneut ausgehändigt werden kann oder ob zuvor noch weitere Maßnahmen notwendig sind.

Je nach Sachlage kann es sich hierbei beispielsweise um das Absolvieren eines Anti-Aggressionstraining handeln oder auch um die Teilnahme an einem zusätzlichen Kurs nach § 70 FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung: Kurse, die zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung erforderlich werden) zur Vertiefung der Kenntnisse im Umgang mit Alkohol. Aber auch eine zusätzliche Fahrprüfung kann in Einzelfällen noch gesondert angeordnet werden, bevor der Führerschein ausgehändigt werden kann.

Wenn alle Kriterien positiv erfüllt wurden, erhalten Sie eine neu ausgestellte Fahrlizenz von Ihrer Führerscheinstelle.

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